Donnerstag, 9. Mai 2013

Ihr Lieben,
ich werde diesen Blog wohl aufs Eis legen. Ich bin einfach aus dem Bloggen rausgewachsen und bin eigentlich eh nur noch auf Tumblr unterwegs. Aber ich will euch allen nochmal unglaublich Danken, ihr habt mir so oft mit euren Kommentaren durch schwere Zeiten geholfen und ihr verdient alle nur das Beste für euer Leben und dass ihr glücklich werdet.
Ich hab euch so viel zu verdanken, und falls einer von euch mal Hilfe, bzw. jemandem zum reden braucht, dürft ihr mir gerne auf Tumblr oder Facebook schreiben.

Ich wünsch euch alles Gute und wer weiß, vielleicht werde ich doch irgendwann mal zu diesem Blog wiederkehren.

Montag, 18. März 2013

Schreie
Türen werden aufgerissen
Blutlachen auf dem Boden
Kratzer von oben bis unten
Am Handgelenk durch den Flur gezogen
Überall viel zu helle Lichter

-Gedankensprung-

Ich lieg auf dem schwarzen Sofa
Wärmflasche an meinen Füßen
Meine kleine Cousine kommt, krabbelt zu mir unter die Decke und kichert mir leise ins Ohr
Pures Glück

-Gedankensprung-

Vanillefarbene Wände
Ich weiß nicht mehr viel
Meine Gedanken rasen
Weiß nicht mehr, wie ich mich vor einer Woche, 2 Tagen, 5 Minuten gefühlt hab
Taschentuchfetzen zwischen meinen Händen
und getrocknete Tränen auf meinen Wangen, die die Haut spannen

-Gedankensprung-

Das Telefon klingelt mit einem entsetzlich nervtötendem Ton
Ihre Stimme
"Ich hab dich lieb Tarah"
"Ich dich auch, sehr. Und ich vermisse dich."
Denke daran, wie eine einzige Stimme, ein einziger gleicher Tonfall
so viele verschiedene Emotionen auslösen kann

-Gedankensprung-

So viele alte Bilder, Fotos, Erinnerungen
Flashback
Tiere auf der Haut, überall
ätzen Krater in mein Fleisch
Der Bilderrahmen zerschlägt in Zeitlupe auf den harten Holzdielen
Überall Scherben, überall Blut
Ein lachendes Gesicht an der Wand

Freitag, 15. Februar 2013

Ihr Lieben, vor 2 Wochen bin ich nach Hamburg gezogen, in eine therapeutische Wg. Es ist gut hier, vielleicht hilft es mir. Noch ist es etwas einsam, ich kenne so gut wie niemanden hier.Vielleicht kommt ja jemand von euch lieben Menschen aus Hamburg?
Ich wollte euch nur mal mitteilen, wie mein Leben grad so aussieht, nicht nur meine Gefühlswelt. Falls das welche von euch interessiert. Ich weiß nicht, ich weiß oft gerne, wie jemand lebt, von dem ich die intimsten Gedanken erfahren darf. Vielleicht geht es euch ja ähnlich. Außerdem wollte ich mich von ganzen Herzen bedanken, dass viele von euch so wunderbare Kommentare hinterlassen. Das bedeutet mir mehr als ihr wahrscheinlich denkt. Auch wenn ich euch nicht kenne, ich bin euch sehr dankbar.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Einmal malte ich ein Bild
ganz schwarz
und dann schnitt ich mir in den Oberarm
und ein Strahl Blut spritzte einen runden Kreis links in die Mitte des Bildes
Und das Bild hängt an meiner Wand und die Leute halten es für Kunst
Und wissen nicht, was es eigentlich bedeutet

Dienstag, 22. Januar 2013

Was ich getan hab, ist längst nicht vergeben
Und mein größter Kritiker bin ich selbst
Aber du hast genauso Schuld wie ich
Menschen, die sich selbst lieben, sind nicht gern gesehen - ein Grund mehr, die Welt zu hassen
Und wenn ich in den blauen Himmel gucke, seh ich dein klares Gesicht und bin für einen Moment an deiner Seite

Sonntag, 6. Januar 2013

Ich bin fasziniert
von all den schönen Gedanken, die sich durch meine Hirnwindungen bahnen
so schnell
als würden sie versuchen, diesmal schneller als all die bösen Gedanken zu sein
als ob sie diesmal die Zuversicht haben, stärker zu sein
vielleicht haben sie nur Pause gemacht, um sich zu erholen und sich einen Schlachtplan zurecht zu legen
Und ich stehe still neben mir und sehe zu, was passiert und bin abwesend von mir selbst
Aber dies eine Mal hab ich nicht das Gefühl, dass ich nie mehr wiederkehren werde
Ich bin nur auf Reisen und irgendwann werde ich wieder nach Hause kehren, das weiß ich.
Und das macht die Reise schon fast schön.

Mittwoch, 26. Dezember 2012


"Einmal schrieb er ein Gedicht
auf ein gelbes Blatt mit grünen Linien
Er nannte es “Chops”
weil das der Name seines Hundes war
Und genau darum ging es
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
mit goldenem Sternchen
Und seine Mutter hängte es an die Küchentür
und las es seinen Tanten vor
Das war das Jahr, als Pfarrer Tracy
alle Kinder in den Zoo mitnahm
Und im Bus ließ er sie singen
Und seine kleine Schwester kam zur Welt
mit winzigen Zehen und ganz ohne Haar
Und seine Eltern küssten sich oft
Und das Mädchen um die Ecke schenkte ihm eine
Valentinskarte mit ganz vielen X
und er fragte seinen Vater, was das bedeutete
Und sein Vater brachte ihn abends immer zu Bett
Und war immer dafür da
Einmal schrieb er ein Gedicht
auf ein weißes Blatt mit blauen Linien
Er nannte es “Herbst”
weil das der Name der Jahreszeit war
Und genau darum ging es
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
und bat ihn, etwas leserlicher zu schreiben
Und seine Mutter hängte es nicht an die Küchentür
wegen der neuen Farbe
Und die Kinder erzählten ihm
dass Pfarrer Tracy Zigaretten rauchte
Und Stummel auf den Kirchenbänken ließ
Und manchmal brannten sie Löcher hinein
Das war das Jahr, als seine Schwester eine Brille bekam
mit dicken Gläsern und schwarzen Bügeln
Und das Mädchen um die Ecke lachte
als er mit ihr den Weihnachtsmann sehen wollte
Und die Kinder erklärten ihm, wieso
sich seine Eltern so oft küssten
Und sein Vater brachte ihn abends nicht mehr zu Bett
Und sein Vater wurde wütend
als er deshalb weinte.
Einmal schrieb er ein Gedicht
auf einen Zettel aus einem Block
Er nannte es “Unschuld: Eine Frage”
weil das bei seinem Mädchen die Frage war
Und genau darum ging es
Und sein Professor gab ihm eine Eins
und sah ihn lang und seltsam an
Und seine Mutter hängte es nie an die Küchentür
weil er es ihr nie zeigte
Das war das Jahr, als Pfarrer Tracy starb
Und er vergaß, wie das Ende
des Glaubensbekenntnisses ging
Und er erwischte seine Schwester
wie sie auf der Veranda rummachte
Und seine Eltern küssten sich nie
oder redeten auch nur
Und das Mädchen um die Ecke
trug so viel Make-up
Dass er kaum Luft bekam beim Küssen
aber er küsste sie trotzdem
weil man das so tat
Und um drei Uhr morgens ging er zu Bett
während sein Vater lauthals schnarchte.
Deshalb versuchte er, auf einer Papiertüte
ein weiteres Gedicht zu schreiben
Und er nannte es “Absolut gar nichts”
Denn genau darum ging es doch
Und er gabs ich selbst eine Eins
und einen Schnitt in jedes verdammte Handgelenk
Und hängte es an die Badezimmertür
weil es diesmal nicht glaubte
dass er die Küche noch erreichen würde."

Das also ist mein Leben, Stephen Chbosky